Trio Sfera: «Verschwiegene Lieder»
Die Musiker des Trio Sfera sind tief in der klassischen Musik verwurzelt und überschreiten doch mit grosser Selbstverständlichkeit stilistische Grenzen. Neugier ist ihr Motor: die Frage danach, wie aus Form, Klang und Zusammenspiel neue ästhetische Räume entstehen können. Ihre Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit dem Liedermacher und klassischen Vokalisten Konstantin Wecker haben dabei hörbar Spuren hinterlassen – vor allem im Sinn für Narration, Atmosphäre und emotionalen Ausdruck.
Mit ihrem Debütalbum Verschwiegene Lieder begeben sich Fany Kammerlander, Norbert Nagel und Jo Barnikel auf eine Reise in schwer fassbare musikalische Sphären. Ausgangspunkt ist die klassische Tradition, doch von dort aus öffnen sie ihr Klangbild spielerisch in viele Richtungen. Diese Musik entzieht sich bewusst klaren Zuschreibungen und entwickelt stattdessen eine eigene, poetische Sprache.
Cello, Klarinetten und Saxophone sowie Klavier schaffen – getragen von der aussergewöhnlichen Kreativität der Beteiligten – überraschend vielfältige Klanglandschaften. Die Musik entfaltet sich langsam, erzählerisch und zugleich lyrisch. Die Stücke wirken wie leise Geschichten voller Romantik, Melancholie und feiner Zwischentöne, gespielt mit grosser Empathie und aufmerksamem Zuhören. Jede Note, jeder Akkord scheint hier seinen Platz zu haben; alles ist der gemeinsamen Idee untergeordnet, Musik als kollektiven Ausdruck entstehen zu lassen.
Verschwiegene Lieder ist ein Album, das gleichermassen Liebhaber klassischer Kammermusik wie auch offener, jazznaher Klangreisen begeistern wird. Sorgfältig komponiert, mit grosser Sensibilität gespielt und hervorragend aufgenommen – ein stilles, intensives Debüt, das lange nachhallt.