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1940-1944



1940

Daphne Du Maurier: Rebecca
(Roman, englisch)
Vor der Kulisse des alten englischen Herrensitzes Manderley entsteht langsam, aus der Vergangenheit auftauchend, das Bild jener geheimnisvollen Frau, deren Schatten einer grossen Liebe zum Verhängnis zu werden droht. "Rebecca" ist ein Generationenbuch, dessen Popularität einzig mit "Vom Winde verweht" vergleichbar ist.

1940

Ernest Hemingway: Wem die Stunde schlägt
(Roman, englisch)
"Wem die Stunde schlägt", der packendste und berühmteste Roman Ernest Hemingways, schildert drei Tage im Leben des Amerikaners Robert Jordan. Aus Liebe zur Freiheit und zu Spanien kämpft er als Freiwilliger im Spanischen Bürgerkrieg auf seiten der Republikaner. Bei dem Gefecht um eine Brücke wird er verletzt und bleibt zurück, um den Rückzug der anderen zu decken. Illusionslos buchstabierte Hemingway das moralische Dilemma seiner Zeit in einer Romanhandlung klassischen Zuschnitts, die kein Erbarmen kennt: Robert Jordan weiss, was seine Stunde geschlagen hat, und stellt sich ihr.



1940

Arthur Koestler: Sonnenfinsternis
(Roman, englisch)
Dieser Roman von Arthur Koestler spielt zum Zeitpunkt der ersten grossen von Stalin inszenierten politischen Säuberungswelle (1936-1938). Der alte Revolutionär und ehemalige Volkskommissar N.S. Rubaschow wird wegen angeblicher konterrevolutionärer Umtriebe gefangengenommen und verhört...
Vorbild für die Gestalt Rubaschows waren Karl Radek und Nikolai Bucharin, die Koestler persönlich kannte - und Leo Trotzki.




1941

Stefan Zweig: Schachnovelle
(Novelle, deutsch)
Auf einem Passagierdampfer, der von New York nach Buenos Aires unterwegs ist, fordert ein Millionär gegen Honorar den mit einer Art mechanischer Präzision spielenden Schachweltmeister Mirko Czentovic zu einer Partie heraus. Der mitreisende Dr. B., ein österreichischer Emigrant, greift beratend ein und erreicht so ein Remis für den Herausforderer. Er hat sich, von der Gestapo in ein Hotelzimmer gesperrt und von der Aussenwelt hermetisch abgeschlossen, monatelang mit dem blinden Spiel von 150 Partien beschäftigt, um sich so seine intellektuelle Widerstandskraft zu erhalten.



1942

Anna Seghers: Das siebte Kreuz
(Roman, deutsch)
"Das siebte Kreuz", ist die Geschichte einer abenteuerlichen Flucht aus einem deutschen Konzentrationslager im Jahre 1937. Der Roman beleuchtet die Motive der Opfer, Fluchthelfer und Oppositionellen ebenso wie die der Mittäter und Karrieristen des NS-Regimes.


1943

Antoine de Saint-Exupéry: Der kleine Prinz
(Märchen, französisch)
Das zentrale Thema dieser gedankentiefen und zartempfundenen Geschichte vom kleinen Prinzen ist die Aufhebung der Einsamkeit in der Freundschaft. Der kleine Prinz ist nichts anderes als ein Teil von Saint-Exupéry selbst, der der rationalen Sehweise der Erwachsenen, ihrer Besitzergreifung der Welt durch Zahlen, ihrer Art der Beweisführung und ihrer Logik in den Parabeln von der Rose und vom Fuchs das Gebot der Mitmenschlichkeit entgegenhält. "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar".


1945-1949



1945

George Orwell: Farm der Tiere
(Fabel, englisch)
Orwells Meisterwerk der politischen Satire mit dem geflügelten Resümee: Alle Tiere sind gleich, aber einige Tiere sind gleicher als andere. Dem Roman liegt die Überzeugung zugrunde, dass alle Revolutionen letzten Endes nur eine Verschiebung im Kaleidoskop der Macht herbeiführen, dass die Grundstruktur der Gesellschaft aber immer die gleiche bleibt.



1945

Mika Waltari: Sinuhe, der Ägypter
(Roman, finnisch)
In der Einsamkeit der Verbannung, erfüllt von der Sehnsucht nach seiner Heimatstadt Theben, schreibt der Arzt Sinuhe die Geschichte seines bewegten Lebens. Es ist zugleich die Kultur- und Sittengeschichte des vorchristlichen Orients, umhüllt von Glanz und Rausch, bis an den Rand gesättigt mit grausamen Lüsten und den Mysterien heidnischer Erotik.



1946

Nikos Kazantzakis: Alexis Sorbas
(Roman, griechisch)
Der weltberühmte und vielfach preisgekrönte Roman über ein schicksalhaftes Abenteuer auf Kreta wurde mit Anthony Quinn in der Hauptrolle zum unvergesslichen Filmklassiker: Der junge Schriftsteller Nikos ist mit seinem Leben unzufrieden und pachtet auf Kreta ein aufgelassenes Bergwerk. Doch erst die Begegnung mit dem Naturereignis Alexis Sorbas, dem Herumtreiber und Freigeist, lehrt den Ich-Erzähler, "das Leben zu lieben und den Tod nicht zu fürchten". Eine Liebeserklärung an Kreta und seine Menschen, ein Schelmenroman von antiker Heiterkeit.



1946

Eugen Kogon: Der SS-Staat
(Sachbuch, deutsch)
Der Autor war nach eineinhalb Jahren Untersuchungshaft bei der Gestapo von September 1939 bis zum April 1945 Insasse des Konzentrationslagers Buchenwald. Nach der Befreiung fertigte er für die Amerikaner eine Analyse, in der sich die eigenen Erfahrungen und Erkenntnisse mit der Auswertung des damals verfügbaren Materials verbanden. Aus ihr entstand dann 1946 in wesentlich erweiterter und verbesserter Fassung dieses strukturell-soziologisch angelegte Werk. Trotz unmittelbarer zeitlicher Nähe und persönlicher Betroffenheit hat Kogon ohne jede Polemik eine Bestandsaufnahme geliefert, die alle wichtigen Aspekte thematisierte und allen weiteren Untersuchungen als Grundlage diente.



1948

Albert Camus: Der Fremde
(Roman, französisch)
"Ich begriff, daß ich das Gleichgewicht des Tages, das ungewöhnliche Schweigen eines Strandes zerstört hatte, an dem ich glücklich gewesen war. Dann schoss ich noch viermal auf einen leblosen Körper, in den die Kugeln eindrangen, ohne dass man es sah. Und es waren gleichsam vier kurze Schläge an das Tor des Unheils."
Die Geschichte eines jungen Franzosen in Algerien, den ein lächerlicher Zufall zum Mörder macht, wurde 1942 im besetzten Frankreich zu einer literarischen Sensation und bedeutete den schriftstellerischen Durchbruch für Albert Camus.

1948

Dale Carnegie: Sorge dich nicht - lebe!
(Sachbuch, englisch)
In diesem Buch behandelt Carnegie das wohl drückendste Problem des heutigen Menschen: Sorge - Angst - Aufregung. Es ist ein fesselndes, leicht zu lesendes und in hohem Grade anregendes Handbuch zur Bewältigung unserer vielen Sorgen. In ihm legt der Autor die Grundsätze nieder, dank deren Befolgung der Leser sein Leben reicher und glücklicher zu gestalten vermag. 



1948

Winston Churchill: Der Zweite Weltkrieg
(Memoiren, englisch)
Eine gewichtige britische Stimme zum Thema Bombenkrieg gegen Hitler-Deutschland: die von Churchill selbst bearbeitete einbändige Fassung seines mehrbändigen Memoirenwerks, für das er 1953 den Literaturnobelpreis bekam.

1948

Giovanni Guareschi: Don Camillo und Peppone
(Roman, italienisch)
Kein Wunder, dass dieser - mit dem unvergesslichen Fernandel verfilmte - Roman eines der erfolgreichsten Bücher seiner Zeit wurde. In einer Epoche unmenschlicher Kämpfe zwischen den Ideologien versöhnen die pointenknisternden Erlebnisse eines rauflustigen Landpfarreres und seines hitzköpfigen politischen Rivalen durch ihre verblüffende Komik und verschmitzte Lebensklugheit.
Die politischen Konflikte im heutigen Italien bezeugen erneut die zeitlose Aktualität dieses Bestsellers der Weltliteratur.

1948

Eugen Herrigel: Zen in der Kunst des Bogenschiessens
(Spirituelle Literatur, deutsch)
Mit "Zen in der Kunst des Bogenschiessens" schuf Eugen Herrigel einen Klassiker der Zen-Literatur aus westlicher Sicht. Für unzählige Suchende auf einem geistigen Weg wurde die Lektüre dieses in zwölf Sprachen übersetzten Buches zu einem Schlüsselerlebnis.

1948

Alfred Charles Kinsey: Das sexuelle Verhalten des Mannes / der Frau
(Sachbuch, englisch)
"Wir beschreiben nur Fakten. Unsere Aufgabe ist es nicht, das Beschriebene zu bewerten." Nach diesem Motto trug Alfred Kinsey Zehntausende von Interviews und Fallbeispielen zum menschlichen Sexualverhalten zusammen und entfesselte mit seinen Forschungen eine sexuelle Revolution.

1948

Norman Mailer: Die Nackten und die Toten
(Roman, englisch)
Norman Mailers 1948 erschienener Erstlingsroman "Die Nackten und die Toten" bescherte seinem Verfasser einen sensationellen Erfolg und frühen literarischen Ruhm. Das Erzählwerk über den Zweiten Weltkrieg traf den Nerv einer ganzen Generation. Die ungeheure, schockartige Wirkung, die "Die Nackten und die Toten" im Nachkriegsamerika auslöste, fusst auf Norman Mailers krasser naturalistischer Schilderung einer militärischen Operation auf dem pazifischen Kriegsschauplatz.

1949

Simone de Beauvoir: Das andere Geschlecht
(Essay, französisch)
Die universelle Standortbestimmung der Frau, die aus jahrtausendealter Abhängigkeit von männlicher Vorherrschaft, aus einer übermächtigen Tradition von Schwächegefühlen ausgebrochen ist, hat seit ihrem ersten Erscheinen nicht an Gültigkeit eingebüsst. Ein mit brillanter Scharfsichtigkeit dieser grundlegenden Analyse vom weiblichen Status und Selbstverständnis in Geschichte und Gegenwart verfasstes Buch.

1949

C.W. Ceram: Götter, Gräber und Gelehrte
(Sachbuch, deutsch)
Der Autor stellt in diesem Klassiker der Kulturgeschichtsschreibung in höchst anschaulicher und spannender Weise Arbeit und Entdeckungen berühmter Archäologen vor. Er verfolgt deren Spuren in der Welt des antiken Griechenland, der ägyptischen Pyramiden, der Azteken und Maya Mittelamerikas.

1949

Thor Heyerdahl: Kon-Tiki
(Sachbuch, norwegisch)
Thor Heyerdahl war überzeugt: Die polynesische Kultur hat ihren Ursprung in Peru. Doch waren Menschen vor mehr als 1.500 Jahren fähig, die Weiten des Pazifischen Ozeans zu überqueren? Um zu demonstrieren, dass es möglich war, baute er zusammen mit fünf Kollegen ein einfaches Floss - "Kon-Tiki". Und begab sich im Frühjahr und Sommer 1947 auf abenteuerliech Fahrt. Nach 101 Tagen erreichte er - der Fachwelt zum trotz - sein Ziel. Seine schriftliche Dokumentation von der ersten Idee über die Vorbereitungen bis zur schönen und gefahrvollen Überfahrt fasziniert Leser in aller Welt schon seit Generationen.

1949

Astrid Lindgren: Pippi Langstrumpf
(Kinderroman, schwedisch)
Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf, kurz Pippi Langstrumpf genannt, wohnt mit ihrem Pferd und dem kleinen Affen Herrn Nilsson in der Villa Kunterbunt und macht, was sie will. Sie ist das stärkste Mädchen der Welt und hat vor nichts und niemandem Angst. Für Thomas und Annika steckt jeder Tag mit Pippi voller Abenteuer und aufregender Erlebnisse!

1949

Curzio Malaparte: Die Haut
(Roman, italienisch)
Neapel 1943: Die deutschen Nationalsozialisten werden von den Neapolitanern vertrieben, die Alliierten sind gelandet und kämpfen gemeinsam mit den italienischen Widerstandskämpfern. Doch mit den Befreiern verbreitet sich ein anderes Übel in der Stadt. "Es waren die Tage der 'Pest' in Neapel." So beginnt Curzio Malapartes skandalöser Roman "Die Haut", der unmittelbar nach seinem Erscheinen 1949 vom Vatikan auf den Index gesetzt wurde, seinen Verfasser jedoch schlagartig weltberühmt machte. Einen Tanz auf dem Vulkan beleuchtet dieser reportagehafte Roman voller schockierender Bilder, dem zu folgen auch ein halbes Jahrhundert nach seiner Entstehung verstört.

1949

George Orwell: 1984
(Roman, englisch)
George Orwells 1984 ist längst zu einer scheinbar nicht mehr erklärungsbedürftigen Metapher für totalitäre Verhältnisse geworden. Mit atemberaubender Unerbittlichkeit zeichnet der Autor das erschreckende Bild einer durch und durch totalitären Gesellschaft, die bis ins letzte Detail durchorganisierte Tyrannei einer absoluten autoritären Staatsmacht. Seine düstere Vision hat einen beklemmenden Wirklichkeitsbezug, dem sich auch der Leser von heute nur schwer entziehen kann.


1950-1954

1950

Ernst Gombrich: Die Geschichte der Kunst
(Sachbuch, englisch)
Ernst H. Gombrichs "Geschichte der Kunst" ist eines der berühmtesten und beliebtesten Bücher über Kunst, die veröffentlicht wurden, und sie ist seit 50 Jahren unübertroffen als Einführung in das weite Gebiet der Kunst, von den frühesten Höhlenmalereien bis zur experimentellen Kunst unserer Zeit. Leser der ganzen Welt haben unabhängig von Alter und Vorbildung in Gombrich einen Lehrmeister gefunden, der Wissen und Klugheit mit der einzigartigen Gabe verbindet, die Leser an seiner tiefen Liebe zu den von ihm betrachteten Kunstwerken teilhaben zu lassen.

1950

Graham Greene: Der dritte Mann
(Erzählung, englisch)
Wien nach dem Zweiten Weltkrieg: Auf der Suche nach seinem Jugendfreund Harry Lime wird der englische Schriftsteller Rollo Martins in einen mysteriösen Kriminalfall verstrickt. Er will nicht glauben, dass Harry in den gefährlichen Penicillin-Schmuggel verwickelt ist. Doch dann kommt es zu einem grandiosen Finale in den Abwässerkanälen der Stadt. Graham Greenes Roman lieferte die Vorlage zum gleichnamigen Film-Klassiker mit Orson Welles.



1950

Pablo Neruda: Der grosse Gesang
(Gedichtzyklus, spanisch)
Der grosse Gesang ist ist ein umfangreicher Gedichtzyklus des chilenischen Dichters Pablo Neruda über den Kampf Lateinamerikas gegen den Kolonialismus.

1950

Cesare Pavese: Junger Mond
(Roman, italienisch)
Anguilla, in Amerika und Genua zum erfolgreichen Geschäftsmann geworden, kehrt in das Dorf seiner Kindheit zurück.  Er streift auf vertrauten Wegen über die Höhen, jene Orte suchend, wo für ihn als Kind das Leben Konturen gewann. Regelmässig besucht er seinen Jugendfreund Nuto, der anders als er niemals das Tal verliess. Nuto ist einige Jahre älter als Anguilla und spielte im Prozess des Erwachsenwerdens ein wichtige Rolle für ihn. Auf Spaziergängen mit Nuto erfährt er vom Fortgang des Lebens, von den vielen kleinen und wenigen grossen Ereignissen während seiner langen Abwesenheit.



1951

Jerome David Salinger: Der Fänger im Roggen
(Roman, englisch)
Der sechzehnjährige durch New York irrende Holden Caulfield ist zu einer Kultfigur ganzer Generationen geworden. "Der Fänger im Roggen" war J. D. Salingers erster Roman, mit dem er weltweit berühmt wurde.

1951

Herman Wouk: Die Caine war ihr Schicksal
(Roman, englisch)
"Die Caine war ihr Schicksal" ist die exemplarische Geschichte einer Meuterei an Bord eines Zerstörers. Der Kommandant der "Caine" wird während eines Taifuns, im Augenblick höchster Gefahr, von den Offizieren der Mannschaft abgesetzt. In einem Kriegsgerichtsverfahren werden die Meuterer freigesprochen. Im Anschluss an den Prozess erklärt der bisherige Verteidiger die Meuterer jedoch für moralisch schuldig. Denn hätte ihre Tat Schule gemacht, wäre eine erfolgreiche Kriegführung gegen Hitler und die Japaner unmöglich geworden.

1952

Friedrich Dürrenmatt: Der Richter und sein Henker
(Roman, deutsch)
40 Jahre nachdem Gastmann das "perfekte" Verbrechen begangen und ungestraft davon gekommen ist, sieht Kommissar Bärlach, todkrank und am Ende seiner Laufbahn, die Chance, Gastmann endlich zu überführen. Ein Kollege Bärlachs wird ermordet. Der Kommissar meint den Mörder zu kennen, lenkt den Verdacht aber geschickt auf Gastmann. In einem raffinierten und verwirrenden Spiel benutzt Bärlach den tatsächlichen Täter als Henker. Dieser erschiesst Gastmann in angeblicher Notwehr, um sich selbst zu decken. Der "Sieg" Bärlachs ist kein Sieg der Gerechtigkeit; er kann Gastmann - das Böse - nur mit dessen eigenen Waffen schlagen.

1952

Heinrich Harrer: Sieben Jahre im Tibet
(Sachbuch, deutsch)
Heinrich Harrer war einer der größten Bergsteiger seiner Zeit: Während in Europa der zweite Weltkrieg in den letzten Zügen lag, entdeckte er fernab in den Weiten des tibetischen Hochlands eine heute fast verlorene Kultur. Als einziger Europäer lebte er am tibetischen Königshof und wurde Freund und Berater des jungen Dalai Lama.
Dieses Buch ist zugleich Bericht eines persönlichen Reifeprozesses, eine spannende Abenteuer-geschichte und ein wertvolles Dokument der Geschichte Tibets.



1953

Ray Bradbury: Fahrenheit 451
(Roman, englisch)
Die beängstigende Geschichte von einer Welt in der das Bücherlesen mit Gefängnis und Tod bestraft wird. Ein Plädoyer für das freie Denken.

1953

Charles August Lindbergh: Mein Flug über den Ozean
(Sachbuch, englisch)
14 Jahre lang arbeitete Lindbergh an dem grossen Bericht über seinen Flug, der notwendigerweise die Darstellung seines Lebens einschliessen musste, das als einzige Vorbereitung auf jenen historischen Augenblick der Landung in Paris bezeichnet werden kann. Fliegen heisst für Lindbergh "vom Wein der Götter trinken" - und schreibend vermittelt er uns dieses Gefühl, das sich aus Besessenheit und Seligkeit zusammensetzt.

1954

William Golding: Der Herr der Fliegen
(Roman, englisch)
Eine Gruppe englischer Schuljungen gerät infolge eines Flugzeugunfalls auf eine unbewohnte Insel im Pazifischen Ozean.  Zunächst erscheint der Verlust zivilisatorischer Ordnungsprinzipien leicht zu bewältigen: Auf der Insel gibt es Wasser, Früchte, sogar wilde Schweine, die erlegt werden können. Ralph lässt Hütten bauen, erkundet die Insel, richtet einen Wachdienst für das Signalfeuer ein. Der gute Anfang aber führt in eine Krise, die bald diabolische Formen annimmt. Aus der Jagd wird blutiges Schlachten - die Jäger und die Hüter des Feuers geraten in einen Kampf auf Leben und Tod. Die Gemeinschaft zerfällt, Terror und barbarische Primitivität gipfeln im Machtrausch, der auch Mord nicht ausschliesst.

1954

John Ronald Reuel Tolkien: Der Herr der Ringe
(Roman, englisch)
Nach seinem 111. Geburtstag entschliesst sich der Hobbit Bilbo Beutlin schweren Herzens, einen magischen Ring an seinen Neffen Frodo zu übergeben. Der grosse Zauberer Gandalf betraut Frodo mit der Aufgabe, den Ring in das Reich des nach der Herrschaft über Mittelerde strebenden Magiers Sauron zu bringen. Dort soll er ihn im Magma des Schicksalsberges vernichten. So macht sich Frodo mit seinen Gefährten auf die gefährliche Reise.
J.R.R. Tolkien brauchte 16 Jahre, um den Herrn der Ringe fertig zu stellen. 1954 erschienen die drei Bücher komplett mit Zeittafeln zur Geschichte Mittelerdes, Landkarten, Stammbäumen der Herrschergeschlechter und Schrifttafeln für seine erfundenen Sprachen Quenya und Sindarin - denn Sprachen waren die Leidenschaft des Professors für Englisch in Leeds und Oxford.


1955-1959

1955

Patricia Highsmith: Der talentierte Mr. Ripley
(Roman, englisch)
Unbeschwerte Dolce vita: das ist das Leben, von dem Tom Ripley in seinem New Yorker Kellerloch träumt - und das sein Schulfreund Dickie Greenleaf führt. Tom soll diesen - im Auftrag des Vaters - aus Italien zurückholen: ein Traumauftrag für einen armen Nobody wie ihn.
Doch niemand ahnt, wie weit Ripley gehen wird, um für immer zu Dickies Welt zu gehören.

1955

Werner Keller: Und die Bibel hat doch recht
(Sachbuch, deutsch)
Werner Kellers "Und die Bibel hat doch Recht" gilt als Standardsachbuch zur biblischen Forschung. Hier wird mit wissenschaftlicher Akribie nachgewiesen, was man vielfach nicht wahrhaben wollte, dass nämlich der geschichtliche Wahrheitsgehalt der Bibel nicht länger angezweifelt werden kann. An Nil und Jordan, an Euphrat und Tigris, am Toten Meer und am Mittelmeer haben Hacke und Spaten eine solche Fülle uralter Zeugnisse biblischer Wirklichkeit vom Schutt der Jahrtausende befreit, dass Archäologen, Geologen, Biologen, Botaniker, Sprachforscher und Physiker Schritt für Schritt den Tatsachengehalt mythischer Bibelerzählungen herauszuschälen vermochten.

1955

Wolfgang Leonhard: Die Revolution entlässt ihre Kinder
(Autobiographie, deutsch)
Vor 50 Jahren erstmals erschienen: einer der grossen Klassiker der politischen Literatur in Deutschland
Dieser bewegende und authentische Bericht liefert eine bedrückende Innenansicht des Stalinismus und wurde nach seinem Erscheinen vor 50 Jahren in kurzer Zeit ein großer Bucherfolg - alleine in Deutschland eine Million Mal verkauft sowie in zehn Sprachen übersetzt.

1955

Vladimir Nabokov: Lolita
(Roman, französisch)
Der vielumstrittene, längst zu Weltruhm gelangte und zweifach verfilmte Roman einer tragischen Passion: Ein Vierzigjähriger verfällt dem grazilen Zauber einer kindlichen Nymphe und erfährt die Liebe als absolute Macht über Leben und Tod.



1955

Francoise Sagan: Bonjour Tristesse
(Roman, französisch)
Wie jedes Jahr verbringt die siebzehnjährige Cecile ihre Sommerferien an der französischen Rivieria. Sie geniesst die unbeschwerte Zeit, die sie gemeinsam mit ihrem jugendlichen Vater und seiner augenblicklichen Freundin, der schönen, aber etwas naiven Elsa, verbringen darf. Eines Tages platzt Anne, eine Freundin von Ceciles verstorbener Mutter, in diese Idylle der Heiterkeit und Lebenslust. Der Vater ist derart hingerissen von der eleganten und intelligenten Modeschöpferin, dass er schon bald bereit wäre, seinen bisherigen Lebensstil aufzugeben und sie zu heiraten. Mit Anne kämen Ordnung und Disziplin nicht nur in sein Leben, sondern auch in das seiner Tochter. Wenngleich Cecile sehr wohl Sympathie für Anne empfindet, sieht sie doch ihre Freiheit bedroht, so dass sie ein fein ausgeklügeltes Spiel inszeniert, um ihren Vater von Anne zu trennen. Die Rechnung geht auf, allerdings mit weitaus tragischeren Folgen als erwartet.

1955

Yasar Kemal: Memed mein Falke
(Roman, türkisch)
In den abgelegenen Dörfern des anatolischen Taurusgebirges herrscht der Grundbesitzer Abdi Aga. Der Bauernsohn Memed hat dessen Hass auf sich gezogen und ist zur Flucht in die Berge gezwungen. Aus dem schmächtigen, ängstlichen Jungen wird ein Räuber, Rebell und Rächer des Volkes. Memed, die Romanfigur Kemals, ist zur Legende geworden. Der Roman wurde in über 30 Sprachen übersetzt und begründete u. a. Yasar Kemals internationalen Erfolg.

1956

Robert Jungk: Heller als tausend Sonnen
(Sachbuch, deutsch)
Diese Buch schildert die Arbeit und Vorarbeit der wenigen Wissenschaftler an den ersten Atombomben, und beleuchtet gleichzeitig auch ihre Gewissensfragen und misst die unheimliche Last ihrer Verantwortung. Eine ruhige und überlegene, auf gründlichster Quellenkenntnis fussende Reportage mit der Robert Jungk eines der tiefsten moralischen Probleme unserer Zeit erfasst hat.
Der vorliegende Sammelband umfasst zusätzlich die Werke "Die Zukunft hat schon begonnen" und "Strahlen aus der Asche". Die hier vereinigten Bücher sind Tatsachenberichte und moralische Dokumente zugleich - nicht nur Warnung, sondern auch Wegweiser zu einer Synthese zwischen technischem Fortschritt und abendländischer Humanität.
Robert Jungk (eigentl. Robert Baum) wurde 1913 in Berlin geboren. Der Publizist und Journalist gilt als einer der ersten Zukunftsforscher und gehörte zu den bedeutendsten Pionieren der internationalen Umwelt- und Friedensbewegung. Er erhielt 1986 den Alternativen Nobelpreis. Jungk starb 1994 in Salzburg.

1957

Max Frisch: Homo Faber
(Roman, deutsch)
"Homo faber" wird der Schweizer Ingenieur Walter Faber beziehungsreich genannt, dem dieser Bericht in den Mund gelegt wird und der sich vor dem Zufall und dem Schicksal sicher glaubt. Diesen Faber, der das fünfzigste Lebensjahr schon überschritten hat, lässt Frisch systematisch mit der aussertechnischen Welt, dem Irrationalen, zusammenstossen. Faber bleibt davon zunächst unerschüttert: Die Notlandung seines Flugzeugs in der Wüste, der Selbstmord seines ehemaligen Freundes im Dschungel von Mexiko, das bringt sein rational zementiertes Weltbild nicht ins Wanken. Ernsthaft wird es erst bedroht, als Faber durch die Ereignisse zu einem Rechenschaftsbericht über seine eigene Vergangenheit gezwungen wird. Ein junges Mädchen verliebt sich in ihn, und es stellt sich heraus, dass es seine eigene Tochter ist, von deren Existenz er nichts gewusst hat.

1957

Boris Pasternak: Doktor Shiwago
(Roman, russisch)
"Doktor Shiwago" beginnt im Jahr 1903 und endet 1929 mit dem Tod des Arztes und Dichters Juri Shiwago, der in einer überfüllten Moskauer Strassenbahn einem Herzschlag erliegt. Im Mittelpunkt des opulent erzählten Romans steht die tragische Liebesgeschichte zwischen Shiwago und der Lehrerin Lara. Wie in allen grossen Liebesromanen der Weltliteratur gerät auch Shiwagos Liebe in Konflikt mit den gesellschaftlichen Mächten seiner Zeit. Trotz aller ideologischen Zwänge gelingt es Shiwago zwar, seine innere Freiheit zu bewahren. Letztlich aber scheitert er an den Irrungen seiner Epoche und am Leben im totalitären Staat.

1957

Wilhelm Reich: Die sexuelle Revolution
(Sachbuch, deutsch)
Indem menschliche Bedürfnisse von der Gesellschaft geformt, gewandelt, aber auch unterdrückt werden, entsteht nach Reich die psychische Struktur des Menschen, die sich im steten Kampf zwischen gesellschaftlichem Anspruch und individuellem Trieb entwickelt. Reich deutet den Kern dieser praktisch-politischen Psychologie als Sexualpolitik und interpretiert das Wesen der seelischen Tätigkeit als sexuelle Funktion. Den Hauptmechanismus der sexual- und lustfeindlichen Charakterstruktur erblickt Reich vor allem in der Unterdrückung der sexuellen Freiheit der Kinder und Jugendlichen, deren genitalen Impulse er verteidigt. Er betrachtet die Menschheit als Opfer einer fehlgeleiteten Entwicklung, deren Krankheit darin besteht, orgastisch impotent zu sein. Diese Tatsache bestimmt nach Reich das gesamte Denken und Handeln der Menschheit.

1958

Vance Packard: Die geheimen Verführer
(Sachbuch, englisch)
"Dieses Buch stellt einen Versuch dar, ein fremdes und ziemlich üppig wucherndes neues Gebiet des amerikanischen Lebens zu erkunden. Es handelt von der Art und Weise, in der viele von uns in ihrer alltäglichen Lebensführung beeinflusst und bearbeitet werden." Vance Packard deckt auf, wie sich Wirtschaftler und Politiker mit Hilfe der Tiefenpsychologie sozusagen einen Nachschlüssel zu unserem Unterbewusstsein angefertigt haben. Sie stehen an der Schalttafel unseres Innenlebens und steuern von dorther mit geübten Griffen als "geheime Verführer" nicht nur unseren Verbrauch, unsere Wunschwelt, unsere Mussestunden, sondern auch unsere politischen Entscheidungen.

1958

Leon Uris: Exodus
(Roman, englisch)
Die dramatischen Ereignisse, die zur Geburt des Staates Israel führten, bilden den Rahmen für Leon Uris' brillantes Epos: Er erzählt die Geschichte einer amerikanischen Krankenschwester, eines jüdischen Freiheitskämpfers und zahlreicher weiterer Menschen, die hineingerissen werden in den Kampf eines Volkes um Freiheit und Eigenständigkeit.

1959

Günter Grass: Die Blechtrommel
(Roman, deutsch)
Anfang der 50er Jahre trommelt und schreibt in einer Heil- und Pflegeanstalt ein Buckliger des Jahrgangs 1924 die Geschichte seines Lebens und seiner Familie vom Beginn des Jahrhunderts bis in das Deutschland Adenauers. Oskar Matzerath hat alles gesehen und gehört, nichts ist ihm entgangen, denn er war ein hellhöriger Säugling, dessen geistige Entwicklung bereits bei der Geburt abgeschlossen war. Der Aussenseiter, der Wirklichkeit ertrommeln und Glas zersingen kann, erweist sich dabei als der einzige Gesunde in einer Welt des Scheins, der Lüge und des Verbrechens. Mit dem Erscheinen der "Blechtrommel" 1959 gewann der deutsche Nachkriegsroman Anschluss an die Weltliteratur und Oskar der Trommler seinen festen Platz in der modernen Mythologie.

1959

Rudolf Pörtner: Mit dem Fahrstuhl in die Römerzeit
(Sachbuch, deutsch)
Mit diesem Buch erschien erstmalig eine sehr anschauliche Übersicht über die Erfolge der in weiten Kreisen kaum bekannten archäologischen Forschung und über die Verdienste der "Provinzarchäologie", die wesentlich dazu beitrug, dass wir uns heute ein deutliches Bild vom Leben der Römer und Germanen auf deutschem Boden machen können. Pörtner gelang damit nicht nur, das uns sichtbar gebliebene Erbe der Vergangenheit mit leichter, zuverlässiger Hand wieder in die materielle, geistige und kulturelle Umwelt jener Zeit einzubetten, er vermochte es auch anschaulich und unverlierbar ins Bewusstsein von Millionen zu bringen.

1959

Luise Rinser: Mitte des Lebens
(Roman, deutsch)
Als Luise Rinsers Roman "Mitte des Lebens" zum ersten Mal erschien, schrieb Die Weltwoche in Zürich: "Dieser Roman, eine Liebesgeschichte ...  schildert die erfüllungslose Liebe eines um zwanzig Jahre älteren Mannes, Dr. Stein, Professor der Medizin, zu der jungen Studentin Nina Buschmann, die im Laufe der Handlung zur Frau heranwächst ... Das Buch ist viel mehr als eine blosse Liebesgeschichte, es ist die Summe der Lebens- und Kunsterfahrungen einer Dichterin, die ihre Zeit durchlitten und durchfochten hat, um sie nun zu sublimieren, Kindheit und Tod, Leidenschaft und Leere des Herzens, Künstlertum und Abstraktion, das ganze Leben schillert reich und vielfältig aus seinen Seiten."


1960-1964

1960

Harper Lee: Wer die Nachtigall stört
(Roman, englisch)
Wie Mark Twain beschwört Harper Lee den Zauber und die versponnene Poesie einer Kindheit im tiefen Süden der Vereinigten Staaten. Die Geschwister Scout und Jem wachsen in einer Welt von Konflikten zu tolerant denkenden Menschen heran. Menschliche Güte und stiller Humor zeichnen diesen Roman aus, der sich, in 25 Sprachen übersetzt, im Sturm die Herzen von Millionen Lesern eroberte.

1960

Johannes Mario Simmel: Es muss nicht immer Kaviar sein
(Roman, deutsch)
Es begann mit fadem Dressing - Thomas Lieven, Geheimagent wider Willen, hat zwei Schwächen: die Frauen und das Kochen. Seine tolldreisten Abenteuer, garniert mit aussergewöhnlichen Kochrezepten, führen ihn durch das Europa des Kalten Krieges, einer Zeit des offenen Hasses und der dezenten Verlogenheit. Trotzdem geht Lieven unbeirrt seinen Weg, denn letztlich "können wir Deutschen ein Wirtschaftswunder machen, aber keinen Salat."

1961

Stanislaw Lem: Solaris
(Roman, polnisch)
Der Planet Solaris ist von einem Ozean bedeckt - einem Ozean, der auf die physikalischen Verhältnisse ebenso Einfluss zu nehmen scheint, wie auf die Wissenschaftler, die ihn von der Raumstation aus untersuchen sollen. Der Psychologe Kris Kelvin wird geschickt, um die seltsamen Vorkommnisse zu klären, aber was ihn erwartet, übersteigt jegliche Vorstellungskraft ...

1962

Anthony Burgess: Uhrwerk Orange
(Roman, englisch)
Der Roman beginnt mit der Schilderung eines Abends, an dem Alex mit seinen Kumpanen einen alten Mann auf der Strasse niederschlägt, ein Geschäft überfällt, in ein Privathaus eindringt und die Hausherrin brutal vergewaltigt. Alex kommt ins Gefängnis, wo er einer noch unausgereiften Konditionierungs-Massnahme für Straftäter unterzogen wird. Als erster Proband soll Alex innerhalb von 14 Tagen zum gesetzestreuen Bürger umerzogen werden. Tatsächlich bewirkt die barbarische Behandlung, dass Alex schon bei dem Gedanken an Gewalt Schmerz und Ekel zu empfinden beginnt. Doch seiner Abkehr vom Bösen liegt keine freie moralische Entscheidung, sondern lediglich eine Programmierung zugrunde. Er wird zutiefst verstört aus dem Gefängnis entlassen. Nach der Abweisung durch seine Eltern sowie der Misshandlung durch ein früheres Opfer wird Alex im Wahlkampf als politischer Märtyrer missbraucht, bis er einen Selbstmordversuch unternimmt. Nach seiner Rekonditionierung entwickelt Alex den Wunsch, sich ein bürgerliches Leben aufzubauen und eine Familie zu gründen. Seine Abkehr von der Gewalt hat er nunmehr selbstständig vollzogen.

1962

Doris Lessing: Das goldene Notizbuch
(Roman, englisch)
Dieser Roman, längst ein klassisches Dokument in der Geschichte der Befreiung der Frau, ist das komplexeste Werk über weibliche Intellektualität, das es gibt, und zugleich ein grosser Roman über das geistige und moralische Klima in der Mitte unseres Jahrhunderts. Zunächst aber ist es die Geschichte von zwei Frauen. Beide sind um die vierzig, geschieden und haben ein Kind zu versorgen: "ungebundene Frauen", die viele Beziehungen durchleben, haltbare und unhaltbare.
Eingeflochten in den Roman dieser Frauen sind die Notizbücher der Schriftstellerin Anna - das schwarze, das rote, das gelbe und das blaue. "Sie führt vier und nicht eines", schreibt Doris Lessing, "weil sie, wie sie erkennt, die Dinge voneinander getrennt halten muss, aus Furcht vor dem Chaos, vor Formlosigkeit - vor dem Zusammenbruch." Ihnen wird schliesslich ein Ende gesetzt, und es entsteht etwas Neues: "Das goldene Notizbuch".

1962

Katherine Anne Porter: Das Narrenschiff
(Roman, englisch)
K.A. Porter versammelt an Bord des deutschen Frachters "Vera" 50 Erster- und Zweiter-Klasse-Passagiere; im Zwischendeck reisen, eine anonyme Majorität, 860 spanische Zuckerrohrarbeiter. An dieser Modell-Welt demonstriert die Autorin Begierde und Lethargie, Hoffnungen und Enttäuschungen der Menschen: die Armen, die nur die Wahl haben zwischen "schwerer Arbeit und Hunger oder Arbeitlosigkeit und Hungertod"; die Begüterten: glänzend charakterisierte Typen des Mittelstandes, die in ihrer sozialen Gereiztheit vorgeführt werden mit ihren Gesten der Anmassung und kläglichen Voreingenommenheiten.

1962

Otfried Preussler: Der Räuber Hotzenplotz
(Kinderbuch, deutsch)
Der Großmutter von Kasperl wird ihre Kaffeemühle vom Räuber Hotzenplotz geraubt. Kasperl und Seppel kommen überein, ihn mit einer List zu fangen. Bei ihrem grossen Abenteuer tricksen sie sowohl den Räuber Hotzenplotz als auch den Zauberer Petrosilius Zwackelmann aus und retten die verzauberte Fee Amaryllis. Diese schenkt den Rettern einen Wunschring, mit dem sie sich die Kaffeemühle zurückwünschen.

1963

Hannah Arendt: Eichmann in Jerusalem
(Sachbuch, englisch)
"Das Beunruhigende an der Person Eichmanns war doch gerade, dass er war wie viele und dass diese vielen weder pervers noch sadistisch, sondern schrecklich und erschreckend normal waren und sind. Vom Standpunkt unserer Rechtsinstitutionen und an unseren moralischen Urteilsmassstäben gemessen, war diese Normalität viel erschreckender als all die Greuel zusammengenommen ..." (Hannah Arendt). Hannah Arendt begnügte sich nicht mit einem blossen Bericht über den Prozess und die an ihm Beteiligten, sondern nutzte die Gelegenheit zu einer ausführlichen Darstellung der deutschen Vernichtungspolitik.

1963

Betty Friedan: Der Weiblichkeitswahn oder die Mystifizierung der Frau
(Sachbuch, englisch)
Betty Friedan hat die von Illustriertenklischees, Werbeslogans, Fernseh- und Rundfunksuggestion verdeckten Hintergründe blossgelegt, die das veränderte Selbstverständnis der Frau in der Wohlstandsgesellschaft bestimmten und sie auf ihrer Suche nach Selbstverwirklichung und Glück in die Irre führten. Mit berechtigter Empörung bekämpft Friedan das entstellte Image des weiblichen Wesens, das in unserer Zivilisation zur Norm erhoben wird, das die intelektuelle Entwicklung der Frau blockiert, ihr sexuelle Erfüllung verwehrt, sie zu immer früherer Eheschliessung und Mutterschaft drängt, die Entwicklung ihrer Kinder beeinträchtigt, die Stabilität der Ehe bedroht und die Frauen daran hindert, ihre menschlichen Möglichkeiten voll auszuschöpfen.

1964

Peter Bichsel: Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennen lernen
(Kurzprosa, deutsch)
"Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen" ist die heute als klassisch geltende Sammlung von Lesestücken, mit der dem Autor etwas für seine und unsere Zeit Einmaliges gelungen ist: auf lakonische, fast emotionslose, genau beobachtende und dabei dennoch anrührende Weise alltägliche Begebenheiten aufzuzeichnen und ihnen Geschichten zu "entnehmen", von denen jede die Welthaftigkeit und Tiefe eines Epos besitzt.

1964

John le Carré: Der Spion der aus der Kälte kam
(Agentenroman, englisch)
Alec Leamas ist im britischen Geheimdienst für Ostdeutschland zuständig. Als sein Gegenspieler, Hans-Dieter Mundt, das Agentennetz der Engländer immer mehr zerstört und die enttarnten Spione beseitigen lässt, sinnt London auf Rache und ergreift Gegenmassnahmen. Leamas soll dafür sorgen, dass Mundt in Misskredit gerät. Er scheidet aus dem Dienst aus, steigt die soziale Leiter hinab und lässt sich - scheinbar unwillig - von der ostdeutschen Seite als Überläufer einkaufen. Zunächst geht alles nach Plan...

1964

Herbert Marcuse: Der eindimensionale Mensch
(Sachbuch, deutsch)
Herbert Marcuse bezeichnet die hochindustrialisierte Gesellschaft und den in ihr lebenden Menschen als 'eindimensional', weil er einen lückenlosen Zusammenhang von Manipulation und Konformismus sieht, der das in sich widersprüchliche kapitalistische System stabilisiert, die Menschen durch Konsum korrumpiert und alle Kritik absorbiert. Um diese Eindimensionalität aufzubrechen, eine neue, weniger herrschaftlich strukturierte Gesellschaft zu bilden, bedarf es der Einsicht der scheinbar Freien in ihre Unfreiheit, in ihre Manipuliertheit durch Werbung, Ökonomie und Massenmedien.


1965-1969

1966

Michail Bulgakow: Der Meister und Margarita
(Roman, russisch)
Ende der 20er Jahre stürzt der Teufel Moskau in ein Chaos aus Spuk und Hypnose. Nur zwei Gerechte, der Meister und Margarita, bleiben verschont. Berlioz, der Vorsitzende einer Literaturgesellschaft, und Besdomny, ein junger Lyriker, diskutieren an einem Frühlingsabend über die Nichtexistenz Christi. In ihr Gespräch mischt sich ein Fremder, ein Ausländer offenbar, der beiläufig erwähnt, daß er nicht nur mit Kant gefrühstückt habe, sondern auch beim zweiten Verhör Jesu durch Pontius Pilatus zugegen gewesen sei. Die Verblüffung der beiden kennt keine Grenzen, als der Fremde ihnen zudem eröffnet, daß Berlioz noch am selben Abend der Kopf vom Rumpf getrennt würde. Und seine Worte bewahrheiten sich . . .



1966

Truman Capote: Kaltblütig
(Tatsachenroman, englisch)
In Kansas wird eine von allen geachtete Familie auf ihrer Farm "kaltblütig" ermordet. Panik ergreift die Bürger der nahen Kleinstadt. Die beiden Täter werden schnell gefasst. Der Autor besucht sie im Gefängnis und notiert alles, was sie ihm berichten. Sein aufregender Tatsachenroman ist ein Beitrag zur Psychologie des Verbrechens.

1966

Mao Zedong: Worte des Vorsitzenden Mao Tse-tung
(Zitaten-Sammlung, chinesisch)
Die ausgewählten Beispiele der Worte des Parteivorsitzenden entstammen einer Schaffensperiode von etwa 40 Jahren, in denen nicht nur China, sondern auch Mao Zedong selbst eine schmerzvolle Entwicklung durchlaufen haben. Sie beginnen beim Stichwort Kommunistische Partei und führen über Krieg und Frieden, der Führung von Parteikomitees bis hin zur allgemeinen politischen Arbeit. Von dort geht es weiter zu Erziehung und Ausbildung, über revolutionären Heroismus sowie Selbstvertrauen und harten Kampf weiter zu Denkweisen und Arbeitsmethoden, bis hin zur Einheit. Die letzten Abschnitte des Buchs sind dem Einzelnen gewidmet: Hier finden sich Äusserungen des Parteivorsitzenden über die Disziplin, über Kritik und Selbstkritik, über die Frauen, die Jugend und Kunst sowie Kultur und damit vergleichbare Themen.

1967

Gabriel Garcia Marquez: Hundert Jahre Einsamkeit
(Roman, spanisch)
Hundert Jahre Einsamkeit, das berühmteste Buch von Gabriel Garcia Marquez, gehört zu den grossen Romanen der Weltliteratur und ist in Millionen von Exemplaren verbreitet. Garcia Marquez erzählt die Geschichte der Familie Buendias, ihres Aufstiegs und Niedergangs. In Macondo, dem von ihnen gegründeten Dorf, enthüllt sich die Tragödie Lateinamerikas, verschmelzen Mythos und Wirklichkeit.

1968

Erich von Däniken: Erinnerungen an die Zukunft
(Sachbuch, deutsch)
In seinen Büchern vertritt Erich von Däniken die These, dass ausserirdische Wesen vor Tausenden von Jahren die Erde besuchten und vielfältige Spuren hinterliessen. Diese Botschaften und Zeichen gelte es heute zu erkennen und zu deuten.

1968

Siegfried Lenz: Deutschstunde
(Roman, deutsch)
Dies ist die Geschichte von Siggi Jepsen, Insasse einer Anstalt für schwererziehbare Jugendliche, dem in der Deutschstunde die Aufgabe gestellt wird, über "Die Freuden der Pflicht" einen Aufsatz zu liefern. In diesem Thema ist er zu Hause. Sein Vater, in Rugbüll der nördlichste Polizeiposten Deutschlands, war zu jeder Zeit den Pflichten seines Amts in so rückhaltloser Leidenschaft ergeben, daß er nicht zögerte, 1943 einem Maler hohen Ansehens, von Jugend auf sein Freund, den in Berlin gegen ihn gefällten Spruch zu überbringen. Siggi Jepsen ist zur Zeit dieser Ereignisse noch ein Kind, das in seiner Wachheit Zeuge eines lautlosen Kampfes wird. Immer weiter entfernt er sich von seinem Vater, und alle Zuneigung gehört Max Ludwig Nansen und dessen farbglühenden Bildern. In der Rückerinnerung wird der Aufsatz zum Bericht seines Lebens, zum Versuch, sich selbst zu begreifen. Gleichsam in einer Nussschale lässt Siegfried Lenz die Strukturen eines ganzen Zeitalters sichtbar werden. So weitet sich vor seinem Auge Siggi Jepsens Deutschstunde zur Bestandsaufnahme deutscher Art und wird zu einem Zeugnis deutschen Selbstverständnisses.

1969

Mario Puzo: Der Pate
(Roman, englisch)
Der kleine Vito entkommt als einziger seiner Familie einem Massaker in seinem Heimatort auf Sizilien. Er flieht nach New York und muss erleben, wie seine Landsleute von einem Mafiaboss ausgebeutet werden. Vito tötet ihn und steigt selbst zum Paten auf. Aber ihn beherrscht nur ein Gedanke: Er will den Mord an seiner Familie rächen. Er kehrt nach Italien zurück und vollzieht die Rache.

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