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1810-1814



1810

Samuel Hahnemann: Organon der rationellen Heilkunde
(Abhandlung, deutsch)
Samuel Hahnemann ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten der deutschen Medizingeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts. Er gilt als Begründer der Homöopathie, die er in seiner 1810 erschienenen Schrift "Organon der rationellen Heilkunde" zusammenfassend darstellt. Darin hat er die gesamte Methodik der Homöopathie niedergelegt. Noch heute gilt dieses Werk weltweit als "die Bibel der Homöopathie" und ist Pflichtlektüre für jeden Schüler und Lehrer dieser Heilmethode. Zu Hahnemanns Lebzeiten erschienen fünf immer wieder überarbeitete Auflagen (1810-1833). Ein Jahr vor seinem Tod vollendete Hahnemann das Manuskript für eine sechste Auflage, die aber aufgrund widriger Umstände nicht mehr im 19. Jahrhundert erscheinen konnte. Erst 1921 gelang es Richard Haehl, eine Abschrift dieses Manuskriptes herauszugeben, auf der alle deutschsprachigen Organon-Ausgaben beruhten.



1812

George Byron: Child Harolds Pilgerfahrt
(Episches Gedicht, deutsch)
Bereits mit seinem Debüt, dem poetischen Reisetagebuch in vier Gesängen "Child Harolds Pilgerfahrt", hatte Byron überraschend grossen Erfolg. Die unerhört radikale Subjektivität des Autors, sein Mut, den eigenen Weltschmerz ebenso ungehemmt auszusprechen wie die Konventionen des gesellschaftlichen Lebens, Tradition, Bürgermoral und Kirche zu kritisieren, hatten nicht nur für die Zeitgenossen eine unwiderstehliche Faszination. Der vorliegende Band enthält sämtliche grösseren Verserzählungen Byrons in chronologischer Reihenfolge.



1812

Jacob und Wilhelm Grimm: Kinder- und Hausmärchen
(Märchen, deutsch)
In Millionen von Exemplaren erschienen und in fast alle Sprachen der Welt übersetzt, gehören "Grimms Märchen" zu den meistverbreiteten Büchern der Welt. Den Brüdern Jacob und Wilhelm Grimm gelang es, die Überlieferung so rein wie möglich zu bewahren und gleichzeitig literarisch so zu überformen, dass grosse Dichtung entstand. In dieser Gestalt hat die schönste und bedeutendste Sammlung deutschsprachiger Volksmärchen ihre Faszination bis heute bewahrt.




1813

Jane Austen: Stolz und Vorurteil
(Roman, englisch)
Stolz und Vorurteil - damit haben alle in Jane Austens populärstem Roman zu kämpfen. Um aristokratischen und bürgerlichen Dünkel dreht sich ein wild wirbelndes Heiratskarussell, das schliesslich beim Happy End zum Stehen kommt. Witz und Ironie prägen die Dialoge dieses 1813 erstmals erschienenen Buches.



1814

E.T.A. Hoffmann: Der goldene Topf
(Roman, deutsch)
Der Student Anselmus aus Dresden ist ein Träumer und findet deshalb Eingang in das Reich des geheimnisvollen Archivars Lindhorste, der drei schöne Töchter hat. Anselmus verliebt sich unsterblich in die jüngste, in Serpentina, die als Mitgift den Glück bringenden goldenen Topf erhalten soll. Anselmus kann Serpentina jedoch nur gewinnen, wenn er sein poetisches Gemüt behält. Aber genau das verliert er, als die nüchterne, nur auf sozialen Rang bedachte Veronika Anselmus heiraten will. Der Student findet sich plötzlich in einer Kristallflasche gefangen. Als er sich schliesslich für Serpentina und gegen das bürgerliche Glück entscheidet, gewinnt Anselmus seine Freiheit und Fantasie wieder. Er und Serpentina werden nach Atlantis entrückt, wo die im goldnen Topf erblühte Lilie die Liebenden beschützt. Die 1814 erschienene Erzählung  gehört zu den 'Fantasiestücken in Callots Manier'.


1815-1819



1817

Heinrich Zschokke: Das Goldmacherdorf
(Roman, deutsch)
Eine berühmte aufklärerisch-utopische Dorferzählung aus der Feder des Deutschschweizers Heinrich Zschockke (1771-1848). Der vorliegende Band enthält desweiteren Berichte aus Zschokkes Zeitung, dem "Aufrichtigen und wohlerfahrenen Schweizerboten", die veranschaulichen, in welchem sozialen, politischen und kulturellen Umfeld die Erzählung im Hungerjahr 1817 entstand, und sie demonstrieren Zschokkes satirisches Talent. Die Rede "Volksbildung ist Volksbefreiung" aus dem Jahre 1836 verdeutlicht, wie lebendig aufklärerische Bildungsvorstellungen im 19. Jahrhundert waren und es bis heute sind.



1818

Mary Wollstonecraft Shelley: Frankenstein oder Der moderne Prometheus
(Roman, englisch)
Der Roman erzählt von dem hoch begabten jungen Schweizer Naturwissenschaftler Viktor Frankenstein, der während seines Studiums an der Universität Ingolstadt die Idee entwickelt, das Geheimnis des Lebens zu ergründen und ein nicht länger von Krankheit und Tod gequältes Wesen zu erzeugen. Aus Leichenteilen stückelt er eine künstliche Kreatur zusammen und schenkt ihr das Leben; abgestossen von der Hässlichkeit des von ihm selbst produzierten Geschöpfes, wendet er sich jedoch von ihm ab. Die namenlose Kreatur durchwandert auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit die Welt, durchläuft dabei einen erstaunlichen Bildungsprozess, aber erfährt wegen ihres Furcht einflössenden Aussehens nur Ablehnung und Hass, wodurch sie sich allmählich in das Monster verwandelt, für dass sie alle halten. Schliesslich sucht sie ihren Schöpfer auf und nötigt ihn, ihm eine Gefährtin zu schaffen. Zunächst willigt Frankenstein ein, aber im letzten Augenblick schreckt er vor seinem Vorhaben zurück und zerreisst die künstliche Eva vor den Augen seines Geschöpfes. Rasend vor Zorn tötet die Kreatur daraufhin Frankensteins Braut sowie dessen Vater und hetzt ihren Erzeuger durch die Welt, bis es im Eis der Arktis zum Entscheidungskampf kommt. Das Geschöpf tötet Frankenstein und treibt anschliessend auf einer Eisscholle davon, entschlossen, sich auf einem Scheiterhaufen selbst zu richten.




1819

Walter Scott: Ivanhoe
(Roman, englisch)
Als Ritter Wilfried von Ivanhoe im 12. Jahrhundert von einem Kreuzzug nach Palästina heimkehrt, findet er sein Heimatland England verändert vor: Johann, der Bruder von König Richard Löwenherz, hat die Abwesenheit des rechtmässigen Königs dazu genutzt, sich mit Frankreich zu verbünden und die Macht an sich zu reissen. Die Folgen der ungeliebten Allianz erfahren die angelsächsischen Edelleute am eigenen Leib. Ivanhoes Vater wird von drei normannischen Rittern bedrängt, die es auf seinen Besitz und auf seine Ziehtochter Lady Rowena abgesehen haben. Unterstützt von einem mysteriösen schwarzen Ritter geht Ivanhoe in den Kampf um die Ehre des Vaters, die Liebe Rowenas und um die Zukunft Englands. Dieses Meisterwerk des historischen Romans aus dem Jahre 1819 wurde mit großem Erfolg verfilmt und ist bis heute das meist gelesene Werk von Sir Walter Scott.


1820-1824



1823

James Fenimore Cooper: Die Lederstrumpf-Erzählungen
(Roman, englisch)
Wer kennt ihn nicht, Coopers legendären Lederstrumpf, der seinen Namen den auffallenden Gamaschen aus Hirschleder verdankt? Als Wildtöter, Falkenauge, Pfadfinder und Lange Büchse wandert der Jäger und Fallensteller Nathaniel Bumppo mit dem Leser durch die Prärie und die Wälder Nordamerikas im ausklingenden 18. Jahrhundert. Seit Generationen gehört der Lederstrumpf zu den Klassikern der Abenteuerliteratur für jung und alt. Coopers Werk ist in Deutschland fast nur als Bearbeitung für Jugendliche bekannt, aus der man kaum eine Vorstellung über die literarische Dimension dieser Texte gewinnen kann. Dabei gehört der 1789 in Burlington/New Jersey geborene, 1851 in Cooperstown gestorbene "amerikanische Walter Scott" gemeinsam mit Washington Irving und Edgar Allan Poe zu den wichtigsten literarischen Repräsentanten der Romantik in Nordamerika, und sein Werk zählt unbestritten zur Weltliteratur.


1825-1829

1826

Carlo Collodi: Pinocchio
(Kinderroman, italienisch)
Aus einem Stück Holz schafft der Holzschnitzer Geppetto eine Marionette: Pinocchio. Doch kaum fertig gestellt, stellt Pinocchio nur noch Unfug an. Sein grösster Wunsch ist es, ein richtiger Junge aus Fleisch und Blut zu werden. Doch bis es soweit kommt, muss er noch vieles lernen und erlebt aufregende Abenteuer.
Carlo Collodi, geboren 1826 in Florenz. Ursprünglich zum Priester bestimmt, wurde er Journalist und gründete zwei satirische Zeitschriften, die nach kurzer Zeit verboten wurden. Ausserdem verlegte er sein Wirken auch auf den Bereich der Erziehung und schrieb Kinder- und Schulbücher.



1827

Wilhelm Hauff: Märchenalmanach - Das Wirtshaus im Spessart
(Erzählungen, deutsch)
"Das Wirtshaus im Spessart" ist einer von Hauffs drei Märchenzyklen, der als Märchenalmanach im Jahr 1927 erschien. Von Anfang an erfreuten sich Hauffs Märchen nicht nur bei Kindern grosser Beliebtheit, sondern die Verbindung einer phantastischen Welt mit den Problemen der bürgerlichen Gesellschaft sicherte Hauff auch stets unter den erwachsenen Lesern Freunde. Seine Märchenzyklen waren von ihrem Erscheinen an bis heute viel populärer als die meisten Kunstmärchen der Romantik. Der vorliegende Band enthält ausserdem die Zyklen "Die Karawane" (Märchenalmanach 1825) und "Der Scheik von Alessandria und seine Sklaven" (Märchenalmanach 1826)

1827

Heinrich Heine: Buch der Lieder
(Gedichtsammlung, deutsch)
Unter dem Titel "Buch der Lieder" hat Heinrich Heine diese Gedichtsammlung 1827 selbst herausgegeben; bereits zu seinen Lebzeiten erschienen zwölf Auflagen. Sie enthält kleinere Zyklen wie "Junge Leiden", "Lyrisches Intermezzo", "Die Heimkehr", "Aus der Harzreise" und "Die Nordsee". Neben der Prosa der "Reisebilder" begründete diese Sammlung früher Lyrik Heines Weltruhm. Entscheidend für die Popularität des Dichters sind vor allem die liedhaften Gedichte, die das Thema unerwiderter oder aussichtsloser Liebe variieren und die von vielen Komponisten vertont wurden.


1830-1834



1831

Victor Hugo: Der Glöckner von Notre-Dame
(Roman, französisch)
"Notre-Dame de Paris" ist 1831 erstmals erschienen, als Hugo neunundzwanzig Jahre zählte. Er stand im Banne des neuentdeckten Mittelalters und machte das Wahrzeichen von Paris, die Kathedrale, gleichsam zum Titelhelden, um den sich die Stadt des 15. Jahrhunderts lagerte und zu dem das heftig bewegte Geschehen immer wieder zurückkehrt. Die Handlung, um die sich zahlreiche Nebenepisoden ranken, wird oft von historischen, kultur- und kunstgeschichtlichen Exkursen unterbrochen und zugleich weitergeführt, indem nämlich in diesem grossen freskenhaften Gemälde die Schicksale der Menschen eng mit denen einer Stadt und einer ganzen Epoche verknüpft sind.




1832

Carl von Clausewitz: Vom Kriege
(Sachbuch, deutsch)
Clausewitz wird oft zitiert, aber immer noch zu wenig gelesen und oft falsch verstanden/zitiert. Er ist der Kriegs- und Friedensphilosoph schlechthin, dessen vor über 160 Jahren formulierte Ansichten Generationen von Herrschern, Politikern, Militärs und Journalisten beeinflusst haben und heute, besonders in Zeiten der atomaren Abrüstung und des weltweit wieder erstehenden Nationalismus, aktueller denn je sind.

1834

Edward Bulwer-Lytton: Die letzten Tage von Pompeji
(Roman, englisch)
Die grösste Naturkatastrophe der Antike: Der Ausbruch des Vesuv versenkt im Jahr 79 das pulsierende Pompeji und seine legendären Schätze in Staub und Asche, bringt Elend und Tod. Der handlungs- und facettenreiche Roman von 1834 zeichnet ein Panorama der antiken Stadt unmittelbar vor und nach dem Vulkanausbruch. Die bewegende Geschichte um die Einwohner von Pompeji sicherte der ausgegrabenen Stadt mehr Aufmerksamkeit als alle wissenschaftlichen Abhandlungen.


1835-1839



1835

Hans Christian Andersen: Märchen
(Märchen, dänisch)
Wer kennt sie nicht, die Märchen des dänischen Dichters Hans Christian Andersen? Am 2. April 2005 wäre er 200 Jahre alt geworden, aber seine Geschichten haben an Aktualität nichts verloren. "Das Mädchen mit den Schwefelhölzern" und "Das hässliche junge Entlein", "Die kleine Seejungfrau" und "Der standhafte Zinnsoldat" sind für viele von uns gute alte Bekannte. Fantasie und Lebensweisheit, Gefühl und Selbstironie verbinden sich zu Erzählungen, die zum Schmökern und zum Vorlesen einladen.

1835

Honoré de Balzac: Vater Goriot
(Roman, französisch)
Der ehemalige Getreidehändler Goriot, der während der Französischen Revolution ein millionenreiches Vermögen erworben hat, ist ein kleinbürgerlicher König Lear. Um seinen beiden abgöttisch geliebten Töchtern Anastasie und Delphine eine Ehe mit Männern der Geburts- und Geldaristokratie zu ermöglichen und ihr verschwenderisches Leben zu finanzieren, opfert dieser Christus der Vaterliebe seine gesamte Habe. Die beiden jungen Frauen nutzen ihn so lange aus, bis er in einer trübseligen Pension im entsetzlichsten Elend stirbt. In vierzig Tagen hat Honoré de Balzac seinen Roman Vater Goriot fertiggestellt und damit eine der ergreifendsten Gestalten seiner Menschlichen Komödie geschaffen.
Honoré de Balzac (1799-1850): Misserfolge als Verleger, Spekulationen und ein luxuriöser Lebensstil stürzten Balzac in hohe Schulden und zwangen ihn zu rastloser literarischer Arbeit.

1835

Alexis de Tocqueville: Über die Demokratie in Amerika
(Wissenschaftliche Schrift, französisch)
Das zweiteilige Werk Über die Demokratie in Amerika von Alexis de Tocqueville gilt als glänzendste Analyse des US-amerikanischen Regierungssystems, die wesentlich das Bild von der Demokratie der USA in Europa prägte. Im ersten Band beschäftigt sich Tocqueville insbesondere mit der Soziologie des US-amerikanischen Staats. Mit dem 1840 publizierten zweiten Band beabsichtigt Tocqueville, allgemeine Züge demokratischer Gesellschaften zu zeichnen, von denen bis dahin noch kein vollständiges Modell existierte. Er versucht, zur universellen Problematik einer demokratischen Weltordnung vorzudringen, wobei ihm die Demokratie in den USA lediglich als Folie dient. Dabei analysiert er Probleme, die auch in der Gegenwart nicht an Aktualität verloren haben, wie z. B. das Spannungsverhältnis zwischen den Prinzipien Gleichheit und Freiheit.

1837

Charles Dickens: Oliver Twist
(Roman, englisch)
Oliver Twist, das Waisenkind, das im Armenhaus unter den unerträglichen Schikanen des Mister Bomble aufwächst, wird wegen der Bitte um einen zusätzlichen Teller Wassergrütze zu dem brutalen Leichenbestatter Sowerberry in die Lehre gegeben, flieht nach London und gerät dort in die Machenschaften von Taschendieben, Hehlern und anderen Kriminellen. Allen Gefährdungen zum Trotz ist er aber ein viktorianischer Hans im Glück, der zum märchenhaft guten Ende seinen Platz in einem bürgerlich gesicherten Leben findet. Mit einer bis dahin ungewohnten Offenheit hat Dickens in diesem Roman Not und Verkommenheit der Londoner Elendsviertel beschrieben und soziale Missstände mit sarkastischer Offenheit angeprangert. Meisterhaft hat er aber die Krassheit der Handlung durch Humor und Witz aufgefangen. In dem märchenhaften Romanausgang konnte die begeistert applaudierende Leserschaft den Triumph bürgerlicher Moral und Wohlanständigkeit erblicken.

1838

Gustav Schwab: Die schönsten Sagen des klassischen Altertums
(Mythensammlung, deutsch)
Schon vor über 150 Jahren hat Gustav Schwab die schönsten Sagen des klassischen Altertums in seiner berühmten Sammlung zusammengestellt. Die Erzählungen vom Trojanischen Krieg, von den Abenteuern des Odysseus, dem Leben des Achill und vielen weiteren bekannten Heldenfiguren begeistern uns noch heute.

1839

Stendhal: Die Kartause von Parma
(Roman, französisch)
Fabrizio del Dongo, einem jungen, reichen und ein wenig leichtfertigen Adeligen, öffnen sich Türen und Herzen. Dennoch leidet er an seinem Unvermögen, das Leben zu meistern. Zwar kann er in der Verborgenheit einer verbotenen Liebe im Widerspruch zu seinem Amt als kirchlicher Würdenträger zeitweise das Glück geniessen. Doch mit einer unbedachten Handlung macht er alles zunichte. Stendhal (1783 - 1842), eigtl. Henri Beyle, ist mit Balzac und Flaubert der bedeutendste Realist französischer Sprache. Sein Pseudonym wählte er nach der Geburtsstadt Winckelmanns: Stendal bei Magdeburg. Nach dem Sturz Napoleons sah er sein Heimatland zunehmend kritisch und lebte viele Jahre in Italien - dem "Land der Freiheitsliebe".


1840-1844



1840

Edgar Allan Poe: Der Untergang des Hauses Usher
(Erzählung, englisch)
Der Ich-Erzähler wird von Roderick Usher auf dessen Landsitz eingeladen, auf dem er einsam mit seiner Schwester lebt. In dem düsteren Haus haben geheimnisvolle Kräfte Roderick Usher an den Rand des Wahnsinns getrieben. Von seinem Freund erhofft er sich Trost und Zuspruch. Aber in dem Haus geschehen seltsame Dinge. Hat ihn wirklich sein Jugendfreund eingeladen? Warum ist kaum Personal im Haus? Eines Abends, als Gäste erwartet werden, ruft man ihn in das nächste Dorf. Doch auf halbem Wege reitet er zurück ... und erlebt den Untergang des Hauses Usher.
Edgar Allan Poe (1809-1849) gilt als bedeutendster Vertreter der amerikanischen Romantik. Seine Kriminal- und Gruselgeschichten sind in besonderem Maße von seinem analytischen Scharfsinn und seinem Hang zum Makaberen geprägt und haben einen großen Einfluss auch auf die europäische Literatur ausgeübt.



1841

Jeremias Gotthelf: Uli der Knecht
(Roman, deutsch)
Die hindernisreiche Liebesgeschichte vom tüchtigen, aber widerborstigen Knecht Uli und vom braven Bernermeitschi Vreneli ist der klassische Bauernspiegel der Schweiz und ein Entwicklungsroman von hoher Qualität.

1844

Alexandre Dumas d.Ä.: Die drei Musketiere
(Roman, französisch)
Im Jahre 1625 verläßt der junge, aus verarmtem Landadel stammende d´Artangnan seine gascognische Heimat und zieht nach Paris, um sich in den Dienst König Ludwigs XIII. zu stellen. In dessen Garde schließt er Freundschaft mit den drei unzertrennlichen Musketieren Athos, Porthos und Aramis. Gemeinsam bestehen sie im Kampf gegen den machhungrigen Kardinal Richelieu gefährliche Abenteuer. Als die Ehre der Königin durch eine infame Intrige des Kardinals und der teuflischen Lady Winter bedroht ist, stehen die Helden vor ihrer schwierigsten Aufgabe.
Der Roman, 1844 in Frankreich zunächst in Fortsetzungen erschienen, wurde zu einem Welterfolg.


1845-1849



1845

Heinrich Hoffmann: Der Struwwelpeter
(Kinderbilderbuch, deutsch)
Weihnachten 1844 schenkte der Frankfurter Arzt Heinrich Hoffmann seinem dreijährigen Sohn Carl ein selbstgemachtes Bilderbuch: den "Struwwelpeter". Alle, die es sahen, ermunterten ihn, es drucken zu lassen - und so wurde aus dem persönlichen Geschenk des Vaters an seinen Sohn ein betextetes Bilderbuch, das noch heute in jedem Kinderzimmer seinen Platz findet. Manch ein Vers ist sogar zum geflügelten Wort geworden: "Nein, meine Suppe ess ich nicht" ...

1845

Alexander von Humboldt: Kosmos
(Sachbuch, deutsch)
Die Bedeutung des Kosmos kann nicht besser beschrieben werden als mit Humboldts eigenen Worten: "Ich fange den Druck meines Werkes (des Werks meines Lebens) an. Ich habe den tollen Einfall, die ganze materielle Welt, alles was wir heute von den Erscheinungen der Himmelsräume, von den Nebelsternen bis zur Geographie der Moose auf den Granitfelsen wissen, alles in Einem Werke darzustellen, und in einem Werke, das zugleich in lebendiger Sprache anregt und das Gemüth ergötzt. Jede grosse und wichtige Idee, die irgendwo aufglimmt, muss neben den Thatsachen hier verzeichnet sein." Der grosse Naturforscher und Universalgelehrte lässt Muschelverkalkungen und Sternschnuppen vom Ursprung der Welt erzählen, berichtet von Schwarzen Löchern, der Schönheit der Natur der Tropen und des Eismeers. Er lehrt uns das Staunen und weckt in uns die Lust, weiter zu fragen: Wie schön wäre es doch, wenn man mehr wüsste ...
Humboldts populärwissenschaftlichen Kosmos-Vorlesungen, die die Keimzelle seines grossen Werkes bilden, lauschte einst halb Berlin - vom Arbeiter bis zur Hofgesellschaft. Die Erstausgabe des Kosmos ist 1845 bis 1862 in fünf Bänden bei Cotta in Tübingen erschienen. Sie erreichte eine Auflage von 80000, für damalige Verhältnisse ein enormer Erfolg.

1845

Prosper Mérimée: Carmen
(Novelle, französisch)
Keiner von Mérimées meisterhaften Novellen war eine ähnlich glanzvolle Wirkungsgeschichte beschieden. "Carmen", die unbezähmbare Zigeunerin, die hohnlachend das Leben der ihr verfallenen Männer zerstört, wurde zu einem spanischen Mythos. Nicht zuletzt durch die gleichnamige Oper von Georges Bizet erlangte der Stoff Weltruhm und seine bis heute anhaltende Popularität. Prosper Mérimée (1803-1870) reiste nach dem Studium der Archäologie und Philologie als Inspektor der historischen Denkmäler Frankreichs durch Südeuropa und Kleinasien. Obwohl er im Zweiten Kaiserreich die Gunst höchster staatlicher Kreise genoss, verbrachte er seinen Lebensabend in grosser Einsamkeit.

1847

Charlotte Brontë: Jane Eyre
(Roman, englisch)
Jane Eyre tritt auf dem düsteren Landsitz von Edward Rochester eine Stelle als Erzieherin von dessen Mündel an, verliebt sich in den eigenwilligen Tyrannen und muss am Tage ihrer Hochzeit feststellen, dass Rochester bereits verheiratet ist. Wie ein wildes Tier wird seine wahnsinnige Frau auf dem Dachboden gehalten - die entsetzte Jane verlässt den geliebten Mann. "Ich bin kein Vogel, und kein Netz umgarnt mich, ich bin ein freier Mensch mit einem freien Willen - das werde ich zeigen, indem ich Sie verlasse." Erst nach einem furchtbaren Unglück finden die beiden Liebenden zueinander. Die Geschichte der Waise, die allen Widrigkeiten zum Trotz zur selbstbewussten Persönlichkeit heranreift und am Ende das Glück in der Liebe findet, ist millionenfach gedruckt, in fast alle Sprachen übersetzt, mehrfach verfilmt und von Lesergenerationen verschlungen worden.

1848

Karl Marx, Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei
(Manifest, deutsch)
1848 erschien in London ein Text, der die Welt veränderte. Er wurde zum Ausgangspunkt ökonomischer Systeme, politischer Konflikte und nicht zuletzt einer Vielzahl von Missverständnissen, die bis heute das politische Bewusstsein prägen. Das von Karl Marx und Friedrich Engels verfasste Programm der Kommunistischen Partei ist als historisches Dokument einmalig und überrascht durch seine mitunter erschreckend weitsichtigen Analysen u.a. zur Ausbeutung der Arbeiter oder zur Globalisierung.

1849

Charles Dickens: David Copperfield
(Roman, englisch)
Die Lebensgeschichte des David Copperfield gehört zu den wichtigsten Werken der englischen Literatur. In seinem autobiographischen Roman verfolgt Charles Dickens Davids Werdegang: von seinen furchtbaren Erfahrungen als Waisenjunge, der Flucht zu seiner Tante Betsey, bis zu seiner Karriere als Anwaltslehrling, Parlamentsreporter und Schriftsteller. Dickens, der berühmteste Schriftsteller der viktorianischen Epoche, zeigt hier einmal mehr sein grosses Einfühlungsvermögen gegenüber Kindern. Durch Davids Augen sehen wir die Brutalität der Grossstadt London und die vielen Grausamkeiten, die Kinder seiner Zeit erdulden müssen. Doch neben aller Kritik verliert Dickens nie den Glauben an das Gute und Schöne im Leben. Und so gibt es auch in diesem Buch märchenhafte Momente und glückliche Fügungen für David Copperfield.
Charles Dickens (1812 - 1870) hatte eine harte Jugend hinter sich, als er zu schreiben begann und bald zum gefeiertsten Autor seiner Zeit wurde. In fieberhaftem Tempo schrieb er seine sozialkritischen, immer unterhaltsamen Romane, die weltweit gelesen werden.


1850-1854



1850

Nathaniel Hawthorne: Der scharlachrote Buchstabe
(Roman, englisch)
Der Roman "Der scharlachrote Buchstabe" von Nathaniel Hawthorne ist einer der bedeutendsten Beiträge Amerikas zur Weltliteratur, eines der wirklich grossen Werke seiner Gattung. Hawthorne arbeitete als Journalist und Zollbeamter, bis ihm 1850 mit diesem Roman der Durchbruch als Schriftsteller gelang. Ergebnis einer langen Auseinandersetzung mit der Welt seiner puritanischen Vorfahren, ist er zugleich der klassische amerikanische Ehebruchroman. Ehebruch wird in der puritanischen Gesellschaft der Siedlerzeit nach starren Moralvorstellungen geahndet: So muss Hester Prynne, Ehebrecherin und Mutter der ausserehelich geborenen Tochter Pearl, nach Verbüssung einer Gefängnisstrafe drei Stunden am Pranger stehen. Zudem ist sie dazu verurteilt, für den Rest ihres Lebens das Mal der vermeintlichen Schande, den scharlachroten Buchstaben A (für adulteress: Ehebrecherin), auf der Brust zu tragen. Überzeugt von der Würde ihrer Liebe, weigert sie sich, den Namen von Pearls Vater preiszugeben: Arthur Dimmesdale, Pfarrer der Gemeinde. Dimmesdale, schwächer und abhängiger vom Denken der Gesellschaft als Hester, wagt es nicht, sich zu seiner Schuld zu bekennen.
Mit seinen dramatischen Szenen und Konstellationen, den Reflexionen zu Schuld und Sühne sowie der melodramatischen Zuspitzung des Geschehens ist "Der scharlachrote Buchstabe" nicht nur ein Klassiker der amerikanischen Literatur, sondern auch eine überaus spannende Lektüre.

1852

Harriet Beecher Stowe: Onkel Toms Hütte
(Roman, englisch)
Onkel Tom und seine Familie haben es besser getroffen als viele andere Sklaven, sie haben einen guten Herrn. Doch als dieser aus finanzieller Not Tom eines Tages verkaufen muss, beginnt für den Schwarzen ein langer Leidensweg. Schliesslich macht sich der Sohn seines ehemaligen Herrn, auf die Suche nach dem guten Tom...
Dieser Bestseller der Weltliteratur von Harriet Beecher Stowe ist ein spannender historischer Roman gegen die Sklavenhalter in den Südstaaten der Neuen Welt um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Harriet Beecher Stowe, die Tochter eines presbyterianischen Gelehrten, schrieb in ihrem Werk ganz gezielt gegen die Partei der Sklavenhalter an, indem sie deren Treiben und das Leben und Leiden der Unterdrückten beispielhaft schildert. Sie tut dies mit meisterlichen Personenbeschreibungen und Erzählstrategien, die einerseits an den sentimentalen Roman ihrer Zeit anknüpfen, andererseits die historische Realität glaubhaft machen und beim Leser äusserste Betroffenheit bewirken.

1853

Theodor Mommsen: Römische Geschichte
(Sachbuch, deutsch)
Theodor Mommsen legte mit seinem monumentalen Werk den Grundstein der modernen Forschung und schuf eine umfassende Geschichte der römischen Republik, die bereits zu seinen Lebzeiten grosse, auch internationale Resonanz fand und bis heute ein Standardwerk geblieben ist. 1902 erhielt Mommsen für dieses Werk als erster Deutscher den Literatur-Nobelpreis.


1855-1859



1856

Gottfried Keller: Die Leute von Seldwyla
(Novellensammlung, deutsch)
Amüsante und seltsame Begebenheiten aus dem Leben der Einwohner des kleinen schweizerischen Ortes Seldwyla. Die riesige Lebens- und Konfliktmasse, die Kellers Roman "Der grüne Heinrich" zu bewältigen sucht, verdichtet sich in den Seldwyler Novellen zum epischen Kleinformat. In der Form objektiver als der Roman, sind sie subjektiver im Inhalt. Gemildert wird der bisweilen grimmige Humor des Autors durch die starke Verankerung seiner Prosa in Brauchtum und Kultur seines Heimatlands, die den Erzählungen einen volkstümlichen Charakter verleiht.

1857

Gustave Flaubert: Madame Bovary
(Roman, französisch)
Tragische Ereignisse in der Provinz. Einer der erschütterndsten Romane der Weltliteratur - die dramatische Lebensgeschichte der Madame Bovary. Die reiche Bauerntochter Emma Rouault, schön, jung und romantisch veranlagt, heiratet den biederen Landarzt Charles Bovary und zieht mit ihm in ein armseliges Provinznest. Aus Langeweile und Verzweiflung begibt sie sich schliesslich in amouröse Abenteuer und verstrickt sich immer mehr in ein Doppelleben aus Schuld und Schulden. Flaubert überwand mit seinem Werk die Romantik und begründete den Realismus. Noch heute fordert es durch seine Radikalität heraus.



1859

Charles Darwin: Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl
(Sachbuch, englisch)
Nach Darwins Evolutionstheorie führt die natürliche Selektion zum Überleben der bestangepassten Organismen, indem jene erblichen Varianten bevorzugt weitergegeben werden, die für die Arterhaltung optimal sind. Diese Theorie hat unser Weltbild verändert.

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