
| 1845 | Heinrich Hoffmann: Der Struwwelpeter (Kinderbilderbuch, deutsch) Weihnachten 1844 schenkte der Frankfurter Arzt Heinrich Hoffmann seinem dreijährigen Sohn Carl ein selbstgemachtes Bilderbuch: den "Struwwelpeter". Alle, die es sahen, ermunterten ihn, es drucken zu lassen - und so wurde aus dem persönlichen Geschenk des Vaters an seinen Sohn ein betextetes Bilderbuch, das noch heute in jedem Kinderzimmer seinen Platz findet. Manch ein Vers ist sogar zum geflügelten Wort geworden: "Nein, meine Suppe ess ich nicht" ...
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| 1845 | Alexander von Humboldt: Kosmos (Sachbuch, deutsch) Die Bedeutung des Kosmos kann nicht besser beschrieben werden als mit Humboldts eigenen Worten: "Ich fange den Druck meines Werkes (des Werks meines Lebens) an. Ich habe den tollen Einfall, die ganze materielle Welt, alles was wir heute von den Erscheinungen der Himmelsräume, von den Nebelsternen bis zur Geographie der Moose auf den Granitfelsen wissen, alles in Einem Werke darzustellen, und in einem Werke, das zugleich in lebendiger Sprache anregt und das Gemüth ergötzt. Jede grosse und wichtige Idee, die irgendwo aufglimmt, muss neben den Thatsachen hier verzeichnet sein." Der grosse Naturforscher und Universalgelehrte lässt Muschelverkalkungen und Sternschnuppen vom Ursprung der Welt erzählen, berichtet von Schwarzen Löchern, der Schönheit der Natur der Tropen und des Eismeers. Er lehrt uns das Staunen und weckt in uns die Lust, weiter zu fragen: Wie schön wäre es doch, wenn man mehr wüsste ... Humboldts populärwissenschaftlichen Kosmos-Vorlesungen, die die Keimzelle seines grossen Werkes bilden, lauschte einst halb Berlin - vom Arbeiter bis zur Hofgesellschaft. Die Erstausgabe des Kosmos ist 1845 bis 1862 in fünf Bänden bei Cotta in Tübingen erschienen. Sie erreichte eine Auflage von 80000, für damalige Verhältnisse ein enormer Erfolg.
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| 1845 | Prosper Mérimée: Carmen (Novelle, französisch) Keiner von Mérimées meisterhaften Novellen war eine ähnlich glanzvolle Wirkungsgeschichte beschieden. "Carmen", die unbezähmbare Zigeunerin, die hohnlachend das Leben der ihr verfallenen Männer zerstört, wurde zu einem spanischen Mythos. Nicht zuletzt durch die gleichnamige Oper von Georges Bizet erlangte der Stoff Weltruhm und seine bis heute anhaltende Popularität. Prosper Mérimée (1803-1870) reiste nach dem Studium der Archäologie und Philologie als Inspektor der historischen Denkmäler Frankreichs durch Südeuropa und Kleinasien. Obwohl er im Zweiten Kaiserreich die Gunst höchster staatlicher Kreise genoss, verbrachte er seinen Lebensabend in grosser Einsamkeit.
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| 1847 | Charlotte Brontë: Jane Eyre (Roman, englisch) Jane Eyre tritt auf dem düsteren Landsitz von Edward Rochester eine Stelle als Erzieherin von dessen Mündel an, verliebt sich in den eigenwilligen Tyrannen und muss am Tage ihrer Hochzeit feststellen, dass Rochester bereits verheiratet ist. Wie ein wildes Tier wird seine wahnsinnige Frau auf dem Dachboden gehalten - die entsetzte Jane verlässt den geliebten Mann. "Ich bin kein Vogel, und kein Netz umgarnt mich, ich bin ein freier Mensch mit einem freien Willen - das werde ich zeigen, indem ich Sie verlasse." Erst nach einem furchtbaren Unglück finden die beiden Liebenden zueinander. Die Geschichte der Waise, die allen Widrigkeiten zum Trotz zur selbstbewussten Persönlichkeit heranreift und am Ende das Glück in der Liebe findet, ist millionenfach gedruckt, in fast alle Sprachen übersetzt, mehrfach verfilmt und von Lesergenerationen verschlungen worden.
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| 1848 | Karl Marx, Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei (Manifest, deutsch) 1848 erschien in London ein Text, der die Welt veränderte. Er wurde zum Ausgangspunkt ökonomischer Systeme, politischer Konflikte und nicht zuletzt einer Vielzahl von Missverständnissen, die bis heute das politische Bewusstsein prägen. Das von Karl Marx und Friedrich Engels verfasste Programm der Kommunistischen Partei ist als historisches Dokument einmalig und überrascht durch seine mitunter erschreckend weitsichtigen Analysen u.a. zur Ausbeutung der Arbeiter oder zur Globalisierung.
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| 1849 | Charles Dickens: David Copperfield (Roman, englisch) Die Lebensgeschichte des David Copperfield gehört zu den wichtigsten Werken der englischen Literatur. In seinem autobiographischen Roman verfolgt Charles Dickens Davids Werdegang: von seinen furchtbaren Erfahrungen als Waisenjunge, der Flucht zu seiner Tante Betsey, bis zu seiner Karriere als Anwaltslehrling, Parlamentsreporter und Schriftsteller. Dickens, der berühmteste Schriftsteller der viktorianischen Epoche, zeigt hier einmal mehr sein grosses Einfühlungsvermögen gegenüber Kindern. Durch Davids Augen sehen wir die Brutalität der Grossstadt London und die vielen Grausamkeiten, die Kinder seiner Zeit erdulden müssen. Doch neben aller Kritik verliert Dickens nie den Glauben an das Gute und Schöne im Leben. Und so gibt es auch in diesem Buch märchenhafte Momente und glückliche Fügungen für David Copperfield. Charles Dickens (1812 - 1870) hatte eine harte Jugend hinter sich, als er zu schreiben begann und bald zum gefeiertsten Autor seiner Zeit wurde. In fieberhaftem Tempo schrieb er seine sozialkritischen, immer unterhaltsamen Romane, die weltweit gelesen werden.
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