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"Der Schmerz der Engel" von Jon Kalman Stefansson

Lesetipp von Sibylle Mauli

"Der Schmerz der Engel" von Jon Kalman Stefansson

Im Winter sind in Island die Nächte dunkel und still. Sie sind so kalt, dass Jens, der Landpostbote, am Pferd angefroren ist, als er beim Bauernhof ankommt. Und so beginnt die Geschichte von Jens und dem Jungen, zweier einsamer Menschen, die sich auf diesem Bauernhof begegnen. Als der Postbote weiterzieht, nimmt er den Jungen widerwillig mit.

Um die Bauernhöfe mit Briefen und Zeitung zu versorgen, quälen sie sich durch eisige Kälten und Schneestürme. Immer wieder rettet einer dem andern das Leben, sei es bei einer waghalsigen Bootsfahrt im Nebel über den Fjord, sei es beim Stapfen durch Schneeverwehungen. Der Junge versucht mit dem schweigsamen Jens zu reden. Jens hängt seinen eigenen Gedanken nach, sehnt sich nach seiner Liebe, der Magd Sigurdur, die er heiraten möchte, wenn er wieder auf deren Hof ankommt. Er redet kaum mit dem Jungen. Der verzweifelt, hat er doch niemanden auf der Welt.

Unterwegs übernachten sie auf Bauernhöfen bei allerlei kauzigen Isländern. Am Feuer sitzend erzählen sie Jens ihre Lebensgeschichten. Das Schicksal meint es meist nicht gut mit den armen Leuten. Man fragt sich, wie man in solch unwirtlichen Gegenden wohnen kann.

Unglaublich schön beschrieben sind Leute und Landschaften, eindrücklich die Naturgewalten, die dort herrschen, die Erschöpfung mit der die beiden kämpfen, die Strapazen, die sie auf sich nehmen, um an die abgelegendsten Orte zu gelangen.

Man liest fasziniert ob der Bilder, die in einem aufsteigen, man möchte nicht aufhören zu lesen über die Fische, die auf dem Meeresgrund atmen oder über die Unwetter, die mit uralter Wut vom Meeresboden heraufsteigen. Das Buch ist mit einer ungeheuer poetischen Leichtigkeit geschrieben.


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